Aus Deutschland

  • Sisters e.V.
  • Mach den Schlus-Strich
  • Seminare der Frauenföderation zum Thema Würde




Sister e.V.

Ein neuer Verein stellt sich vor:

SISTERS - für den Ausstieg aus der Prostitution! e.V.
Was da an diesem Vormittag in Raum 107 der Bundespressekonferenz in Berlin lief, war eine Premiere für Deutschland. Bisher waren in den Medien vor allem Prostituierte, die davon sprachen, dass sie ihre Arbeit „freiwillig“ und vor allem „gerne“ tun.
Jetzt gibt SISTERS erstmals Prostituierten eine Stimme, die offen sagen, wie zerstörerisch die Prostitution für sie ist – und kritisiert die falsche Toleranz mit dem System Prostitution und dessen Profiteuren.
Expertinnen und eine Ex-Prostituierte erläuterten, warum es so nicht weitergehen
kann mit der Prostitution. SISTERS kritisierte scharf die geplante Gesetzesreform und kündigte Selbsthilfe an. Weitere Sisters (und Brothers) sind willkommen.
Nach zehn Jahren Prostitution konnte H. M. einfach nicht mehr. Die junge Frau wollte aussteigen. Sie ging zu einer Beratungsstelle. Da sagte man ihr: „Wenn du aussteigen willst, dann geh halt nicht mehr ins Bordell!“ Sie sei „total geschockt“ gewesen, erklärt sie: „Prostituierte, die aussteigen wollen, haben riesige Probleme: Sie werden bedroht, haben Schulden und häufig auch Suchtprobleme.“ 

Die Zeit scheint reif. Das war auch den JournalistInnen in dem kleinen überfüllten Konferenzraum anzumerken, die den drei Frauen vorne auf dem Podium sehr aufmerksam zu hörten und sehr genaue Fragen an sie stellten: der Sozialarbeiterin und Streetworkerin Sabine Constabel, der Gewerkschafterin und SPD-Politikerin Leni Breymaier, sowie der Studentin und Ex-Prostituierten H. M.

Denn nun droht auch das neue „Prostituiertenschutzgesetz“ nach 13 Jahren zum zweiten Mal von der Lobby der Sexindustrie bis zur Wirkungslosigkeit zerrieben zu werden. „Wir haben die Hoffnung aufgegeben, dass in naher Zukunft gesetzliche Regelungen kommen, die die Prostituierten wirklich schützen“, erklärte Constabel.
„Wir haben Hunderttausende Armutsprostituierte aus Osteuropa mitten unter uns – und niemand schaut hin!“

Auch Leni Breymaier, die außerdem stellvertretende Vorsitzende der SPD Baden-Württemberg ist, ging die Politik hart an: „Deutschland ist heute das Bordell Europas. Für mich ist das unerträglich. Die Politik wäre gefordert, aber sie kommt ihrer Aufgabe nicht nach. Ich möchte deshalb den Frauen meine Hand reichen, die diese Hand nehmen wollen.“
Die Idee: ehrenamtliche Helferinnen betreuen Prostituierte.

Die Idee, den Verein SISTERS zu gründen, tauchte Anfang des Jahres auf. Sie kam aus dem Kreis der engagierten Frauen um Sabine Constabel. „Ich bekomme regelmäßig Anrufe von Frauen, die mich fragen: ‚Was kann ich tun?‘, sagt Constabel. Warum also nicht versuchen, dieses „Stuttgarter Modell“ der „Patinnen“ über ganz Deutschland zu verbreiten? Und das selbstverständlich in Kooperation mit Organisationen, die bereits heute wirkliche Ausstiegsarbeit machen, wie zum Beispiel Solwodi.
Sie appellieren an Frauen in ganz Deutschland, sich für den Job einer begleitenden „Sister“ zu melden. Dafür bieten sie Qualifikationskurse an. „Sie müssen keine Expertin sein“, schreiben sie auf ihrer Website. „Lebenserfahrung und Einfühlungsvermögen können genügen.“
Es geht darum den Frauen zu vermitteln: „Du bist etwas wert!"”

Aber die SISTERS wollen mehr als „nur“ helfen. Die SISTERS wollen auch aufklären. Aufklären über die erschütternde Lage von Hunderttausenden von Frauen in Deutschland, mitten unter uns. Und die werden in Zeiten der Flüchtlingsströme eher mehr als weniger. Und sie wollen aufklären über die Folgen der Akzeptanz des Frauenkaufs für alle Frauen und Männer in unserem Land. Sie wollen in Zukunft auch in Schulen, Bürgerzentren und Anhörungen auftreten, um den Menschen die Augen zu öffnen.
Wer Interesse hat, kann passives Mitglied werden, spenden (mit Spendenbescheinigung) oder aktive Sister, die Mädchen und Frauen beim Ausstieg begleitet oder sich an der Aufklärungsarbeit beteiligen.
Lesen Sie mehr in www.sisters-ev.de
SISTERS – für den Ausstieg aus der Prostitution! e.V., Postfach 150134, 70075 Stuttgart, mail@sisters-ev.de


Mach den Schlus-Strich

Aus dem SOLWODI – Rundbrief von Sr. Dr. Lea Ackermann
Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Interessierte,
2013 haben sich wieder viele Frauen erstmals Hilfe suchend an SOLWODI gewandt: 1.555 Frauen aus 103 Ländern. Umso mehr freue ich mich, dass das Jahr 2014 mit sehr ermutigenden Impulsen und Signalen begonnen hat – sie könnten wegweisend sein für die Zukunft unzähliger Frauen und Mädchen in der Prostitution! Das erste Signal kam aus Augsburg: Dort haben auf Initiative der Stadt viele Monate lang Polizisten, Kriminologen, Sozialarbeiter, Ärzte und andere Experten zusammengesessen, um die Situation von Frauen in der Prostitution grundlegend zu verbessern.

Das Ergebnis: Ein Gesetzesvorschlag, der inzwischen auch dem Deutschen Bundestag vorliegt. Auch SOLWODI hat das Konzept mitgestaltet. Die wichtigste Erkenntnis der Experten: Prostitution erfolgreich bekämpfen kann nur, wer das Einzelkämpferdasein aufgibt. Nur Bund, Länder, Städte und Gemeinden zusammen können Regelungen ohne Schlupflöcher treffen, die den Frauen wirklich helfen – und nicht Sexkäufern, Zuhältern und Menschenhändlern in die Hände spielen.
Das zweite positive Signal hat das Europäische Parlament gesetzt: Ende Februar stimmten die Abgeordneten für die Übernahme des sogenannten „Nordischen Modells" in ganz Europa: Die EU-Staaten werden aufgefordert, die Nachfrage nach Prostitution einzudämmen, indem sie den Kauf von sexuellen Dienstleistungen unter Strafe stellen, was das Augen-merk weg von den Frauen hin auf die Sexkäufer legt. Genau das fordert SOLWODI schon lange, zum Beispiel mit der Aktion „Mach den Schluss-STRICH! – Keine Frauensklaverei in Deutschland". Nach einem halben Jahr ist diese am 8. März, dem Internationalen Frauentag, zum Abschluss gekommen – mit knapp 19.000 Unterschriften. Gemeinsam mit anderen Organisationen, die an unserer Seite stehen, werden wir diese demnächst in Berlin offiziell übergeben. Das wird ein großer Moment, auf den ich mich freue – und ein wichtiges Signal an die Politik.
Zum Schluss noch eine Mitteilung in eigener Sache: Für das Jahr 2014 hoffe ich umso mehr auf Ihre Unterstützung, in welcher Form auch immer – die nämlich ist für SOLWODI absolut unverzichtbar!
Ihre Sr. Lea Ackermann



Seminare




Seminar in Bonn 2008



Straßenaktion in Hannover 2008



Seminar in Nürnberg 2008



Büchertisch und Straßenaktion in Düsseldorf


Stuttgarter Frauen bereiten ein Semniar zum Thema " Würde der Frau" vor 2008


Büchertisch in Gießen 2008
 
           
Seminar Salzgitter  2008